Tat-Werk Trottier e.K.  Fachbetreuung bei Wertbeimessungsstörung und Ordnungs-Zwängen 

Beratung, Vorträge inkl.Workshops, Betreuung und praktische Anleitung für Betroffene vor Ort  

Neu-Organisation erleben und lebenswert leben

 

Voraussetzung:

Nur der Wille, sich verändern zu wollen!

Die Beratung

Hier angebotene Beratungsgespräche leiten eine vorsichtige Annäherung mit den betroffenen Klienten zur Bewältigung der vorhandenen Probleme ein.

Es wird geklärt ob eine hauswirtschaftliche Betreuung notwendig ist, eine einfache Desorganisation, ein Ordnungszwang, sowie ein Zwangshorten vorliegt.

Eine fachliche Hilfe, speziell auf die Lage des Klienten abgestimmt, wird geplant. 

Bei der Wohnungsbesichtigung wird eine Vorkalkulation inkl. Protokoll erstellt                          (ggf. mit Fotostrecke falls gewünscht)                  und eine Zielvereinbarung geschlossen

Das Seminar 

Seminar 2021_1.pdf (668.77KB)
Seminar 2021_1.pdf (668.77KB)

"Praktisch, raus aus dem Chaos" mit den Inhalten zur Hilfe und Anleitung für Betroffene und Helfer 



Der Start

Zwangshorten:

  • Vorangegangen: Die akute Meldung von Hausverwaltungen, Verwandten, Freunden, Betreuern,          ggf. des Sozial-Psychiatrischen Dienstes, oder Pflegedienstes     

Grundsätzlich gilt die von Herrn Trottier entworfene Regel: "BOEHS" als Priorität d.h.

  • BO = BODENLIEGER entfernen
  • E = ERNÄHRUNG sichern, oder ermöglichen (Küche, Herd, Spüle, Kühlschrank)
  • H = HYGIENE sichern, oder ermöglichen (Bad,WC, Waschmaschine + saubere Kleidung, Küche)
  • S = SCHLAFPLATZ sichern, oder ermöglichen (Bett, Couch, Liege)


 Die pragmatische Hilfe für desorganisierte Menschen (Problem Zwangshorten):

  • Raum schaffen für die Selektion der zu entfernenden Dinge 

     finden von "Ordnungsinseln, (z.B. Stores, Keller, Garage, leere Zimmer)

  • Selektion nach Material: Kunststoff – Papier – Glas - Textilien – Mischmüll & Unrat – Speisen
  • Sortierung und Auslagerung von vielfach vorhandenen, angebrauchten,                                        oder  funktionsuntüchtigen Dingen, die Wertvolles überdecken, Schicht für Schicht zur...
  • Gleichzeitigen, vorsichtigen Selektion von essenziell wichtigen und wertvollen Dingen                (Wertgegenstände, Börsen, Urkunden, Bilder, Dokumente, Bücher, Erinnerungen)
  • Abfuhr der selektierten, wertlosen  Materialien,des organischen Mülls, ggf. Sperrmüll und              unbrauchbarer Hausrat zur Entsorgung Deponie BSR Gradestraße 77, 12347 Berlin
  • Transport in geeigneten, reißfesten Transportsäcken und Kartonagen 
  • Die Endreinigung der Wohnung kann durch externe Firmen,                                                        die fachlich versierte Reinigungskräfte beschäftigen, vermittelt werden.                                            Diese Beauftragung erfolgt aber nicht durch Fa.Tat-Werk Trottier                                                         Hier eine Firma: https://www.mrcleaner.de/messie-wohnung-reinigen-berlin.html                 
  • DER NEUANFANG   
  • Erstellung von Ordnungssystemen (Regale, Boxen, Ordner,  ggf. neue Schränke)  
  • Die optionale Auslagerung in Container, Garage oder Store,                                                            als Möglichkeit der späteren Feinsortierung. Dabei gilt beim Einlagern die Faustregel:                            Pro m² Lagerfläche werden Gegenstände für rund 10-15 m² Wohnfläche gelagert,                            das sind bei 90 m² Wohnfläche minimal 10 m² Lagerraum                                                                
  • 20 Kartons = 3 – 5 m³
  • 35 Kartons = 6 – 8 m³
  • 50 Kartons = 10 – 15 m³

     1 Zimmer: ca. 8 m³ - 2 Zimmer: ca. 15 m³ - 3 Zimmer: ca. 20 m³ - 4 Zimmer: ca. 30 – 45 m³                                                                                                                                             

Das Ziel

Endabnahme der Wohnung nach erfolgreicher, pragmatischer Abhilfe                                                        mit Fotodokumentation und ggf.Teilnahme des Vermieters oder/und des amtlichen Betreuers.


Die hauswirtschaftliche Betreuung und Alltagsbegleitung kann ggf. eingeleitet werden. 

Sie beinhaltet die wöchentliche Versorgung mit Lebensmitteln, die Hygieneerhaltung - insbesondere von Küche, Bad, Wäsche und Körperpflege, die Postbearbeitung, das Sortieren von Dokumenten, Erinnerungen, Fotoalben, Musik hören, Teilnahme am Tagesgeschehen, Hobbys, Spaziergänge und Zubereitung von Speisen, Telefonate mit Freunden und Verwandten ermöglichen.

Zum Konzept der Alltagsbegleitung gehört auch, dass die Betreuungskraft den Betreuten für Gespräche über Alltägliches zur Verfügung stehen; dass sie ihnen Ängste nehmen und Orientierung vermitteln.      Betreuungs- und Aktivierungsangebote sollen sich an den Erwartungen, Wünschen, Fähigkeiten und Befindlichkeiten des Anspruchsberechtigten orientieren. Dabei müssen Alltagsbegleiter vor allem darauf achten, die individuelle Biografie des Betreuten zu kennen, denn gute Betreuung ist immer individuell.        Das Leben würdevoll gestalten!

     


      Die Nachsorge und weitere Beratung

  • Fortlaufende, fachliche, psychosoziale Gespräche gegen die Verlustangst und für die Neuorientierung
  • Leitmotive, Visionen, neue Zeitstrukturen und neue Perspektiven aufbauen
  • Therapien beginnen, oder weiterführen, gegen evtl. Psychosen oder Depressionen
  • Besuch von Selbsthilfegruppe 
  • Ähnlich verläuft eine Therapie bei Ordnungszwängen, die sich dem Zwangshorten gleichgestellt ist

   

 Der Vorteil des Neuanfangs, als Ziel die Verbesserung der Lebensqualität und Lebensfreude       

  • Erhalt der Wohnsituation, der Mietsache und das weitere, problemlose Auskommen                          mit Nachbarn und Vermietern
  • Besuche von Freunden, Bekannten und Verwandten ermöglichen 
  • Nicht zuletzt Erhalt der Sicherheit:                                                                                                Für die Betroffenen besteht ggf. Lebensgefahr durch Verunfallung, Infektion und allergische Attacken!
  • Selbsthilfe-Gruppen besuchen, ggf. therapeutische Einrichtungen ! 
  • Leider liegt der Prozentsatz von suchtgefährdeten Personen bei 42% - auch dort ist Hilfe dringend nötig


 

 Ich kriege das nicht mehr geregelt und brauche Hilfe!  

 Denn, nicht jede unordentliche, oder verschmutzte Wohnung gibt Hinweis auf einen "Messie".

 Es handelt sich bei den Betroffenen nicht um verwahrloste Menschen im üblichen Sinn. 

 In den meisten  Fällen wollen diese  Menschen Ordnung halten, sie sind damit aber überfordert.

Auch Ordnungszwänge ist oftmals begleitend. Nachbarschaftlicher Voyeurismus kontraproduktiv!

Vor Ort in der Kindheit  nach  Ursachen für das Problem zu suchen, ist nicht als drängendste Aufgabe zu sehen.:  “Davon wird die  Wohnung nicht ordentlicher.” und gehört zum Bereich des Therapeuten und der Psychologen

Es gilt vielmehr einen Plan zu erstellen, wie das Problem ganz pragmatisch durchführbar gelöst werden kann.

Sich zunächst kleine "Ordnungsinseln" zu schaffen und diese Ordnung dann auch bewusst zu genießen,

gehört zu den Arbeitstechniken. Perfektionismus und Ordnungszwänge sollten dabei vermieden werden,

80%  Erfolg reichen auch schon :-)

Nicht zuletzt:

Der Ordnungszwang und pathologisches Horten aus medizinischer Sicht:

Ordnungszwang

Der Ordnungszwang ist dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen immer wieder versuchen, bestimmte Alltagsgegenstände nach einer bestimmten Ordnung oder Symmetrie anzuordnen.

Wenn dieser Drang zum Ordnen immer wieder kehrt und von den Betroffenen nicht mehr kontrolliert werden kann, spricht man von einer so genannten Zwangshandlung.

 

Ordnungszwang: 

Ursachen

Im Hintergrund des Ordnungszwangs stehen dabei oft ganz bestimmte Befürchtungen oder Erwartungen, die durch den Ordnungszwang - bewusst oder unbewusst - beeinflusst werden sollen, wie zum Beispiel          “Ich muss meine Kleidung farblich sortieren, sonst könnte einem Familienmitglied etwas zustoßen.”

Den Betroffenen ist dabei oftmals klar, dass ihre Befürchtungen nicht wirklich durch den Ordnungszwang beeinflusst werden kann, und trotzdem ist der Zwang so mächtig, dass er sich ihnen immer wieder aufdrängt.

Quelle: © Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.de

Ordnungszwang oder zwanghafte Persönlichkeits­störung?

Häufig ist zunächst unklar, ob es sich bei dem übermäßigen Bedürfnis nach Ordnung und Symmetrie um einen Ordnungszwang, oder um eine so genannte Zwanghafte Persönlichkeitsstörung handelt.

Zur Unterscheidung ist es zunächst einmal wichtig zu klären, ob das Ordnen “ich-synton” oder “ich-dyston” erfolgt, und in wieweit sich die Betroffenen von dem Ordnungszwang bzw. zwanghaftem Ordnen distanzieren können.

Ich-Synton oder Ich-Dyston?

Beim Ordnungszwang erleben die Betroffene wie oben beschrieben einen sehr hohen Druck, eine bestimmte Ordnung oder Symmetrie herzustellen. Dieser Druck kann so übermächtig werden, dass sich die Betroffenen ihm nicht mehr wiedersetzen können. Im Hintergrund des Ordnungszwangs steht wie bereits genannt häufig die Befürchtung, dass sich ein schlimmes Unheil androhen könnte wenn man dem Ordnungszwang nicht nachkommt.
Trotz dieses hohen Drucks sind sich die Betroffenen beim Ordnungszwang aber zumeist darüber bewusst, dass mindestens ein Aspekt ihrer Zwangshandlungen überhöht und die erwartete “magische Wirkung” der Zwangshandlungen eigentlich unrealistisch ist. Menschen mit einem Ordnungszwang erleben also den großen Druck des Zwangs, dem sie immer wieder nachgeben müssen würden - aber “eigentlich” würden sie “in ihrem Inneren” viel lieber ohne den Zwang und ohne die damit verbundenen Befürchtungen leben können.

Da der Ordnungszwang also die Betroffenen belastet und sie sich ihm eigentlich gerne wiedersetzten würden, wenn nur der Druck nicht so hoch wäre, spricht man davon, dass der Zwang beziehungsweise die Zwangshandlung “Ich-dyston” ist. Damit ist gemeint, dass die Zwangshandlung sich aufdrängt und entgegen den Vorstellungen des eigenen “Ichs” durchgeführt werden muss.

Anders ist es bei der so genannten Zwanghaften Persönlichkeitsstörung, bei der die Betroffenen zum Teil ebenfalls ein hohes Maß an Ordnung und Genauigkeit anstreben. Im Gegensatz zum Ordnungszwang erleben Menschen mit einer zwanghaften Persönlichkeits­struktur ihren Wunsch nach Ordnung als “Ich-synton”. Das heißt, die Betroffenen erleben ihr Bedürfnis nach Ordnung und das damit verbundene Sortieren als stimmig und zu ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen passend. Die Betroffenen erleben zwar auch einen Druck, wenn bestimmte Objekte aus der Ordnung geraten, aber das Wiederherstellen der Ordnung führt bei ihnen eher zu einem beruhigenden, “gutem” Gefühl, ohne dass damit eine “Entlastung” von Befürchtungen oder Katastrophengedanken wie beim Ordnungszwang verbunden wären.

Quelle © Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.de

Ordnungszwang oder Zwanghaftes Sammeln?

Der Unterschied zwischen einem Ordnungszwang und dem so genannten Zwanghaften Sammeln ist ebenfalls manchmal nicht einfach, insbesondere da es häufig Überschneidungen zwischen den beiden Beschwerdebildern gibt.

Als Beispiel können wir uns einen Betroffenen vorstellen, bei dem ein Objekt des Zwanges bestimmte Bücher in seinem Buchregal sind:

Beim Ordnungszwang steht das Ausrichten der zwangsbesetzten Objekte im Vordergrund. Ein Betroffener würde also eventuell zunächst einmal darauf achten, dass die Bücher nach einer ganz bestimmten Systematik angeordnet sind und dann versuchen, eine darüber hinaus gehende Ordnung und Symmetrie zu erreichen. Er würde also eventuell versuchen, die Bücher im Regal so hinzustellen, dass alle im gleichen Abstand von der Regalkante stehen, so dass die Linie der Buchrücken parallel zur Regalkante verläuft. Oder er würde darauf achten, dass alle Bücher wirklich exakt senkrecht im Regal stehen und nicht etwa an den Enden des Bücherstapels gekippt werden.

Der Druck, diese Ordnung herzustellen, ist beim Ordnungszwang so stark, dass die Betroffenen zum Teil große Unruhe und auch starke körperliche Anspannung verspüren, wenn - um bei unserem Beispiel zu bleiben - ein Buch nicht in die gewünschte Symmetrie hineinzubekommen ist. So kann es vorkommen, dass ein Betroffener über Minuten oder Stunden immer wieder zu seinem Buchregal hingehen muss, um die Bücher noch einmal “besser” auszurichten.

Während also beim Ordnungszwang zumeist das Herstellen einer bestimmten Symmetrie im Vordergrund steht, überwiegt beim Zwanghaften Sammeln vorrangig der Druck, Objekte nicht wegwerfen zu können oder ergänzen zu müssen. In unserem oben genannten Beispiel würde ein vom zwanghaften Sammeln Betroffener also eventuell große Probleme haben, alte und “überflüssige” Bücher aus seinem Buchregal zu entfernen. Oder er würde versuchen, seinen Buchbestand nach einem ganz bestimmten Muster zu ergänzen und umzusortieren, bis schließlich über und neben dem Regal alle Plätze besetzt sind.
Wie oben bereits angedeutet, können der Ordnungszwang und das Zwanghafte Sammeln auch nebeneinander auftreten. Die Betroffenen erleben dann entsprechend einen hohen Druck bestimmte Objekte anzusammeln um diese dann in einer bestimmten Ordnung in ihrer Wohnung oder am Arbeitsplatz auszurichten.
Da diese Aufgabe - also das Ansammeln und genaue Ordnen ganz bestimmter Objekte - aber sehr viel Zeit und Energie benötigt, kann es passieren, dass die Betroffenen so sehr mit dieser Aufgabe beschäftigt sind, dass sie keine Kraft mehr haben, den Rest ihrer Wohnung oder ihres Arbeitsplatzes “ordentlich” zu halten. Diese Dynamik kann sich dann immer mehr verstärken, denn die Betroffenen leiden einerseits unter dem hohen Druck des Zwangs, sind andererseits aber hilflos und frustriert, da ihnen auch die Ordnung in den übrigen Lebensbereichen entgleitet, wodurch wiederum der Druck nach dem Ausüben der Zwangshandlungen größer wird.

Pathologisches Horten

Pathologisches Horten (engl.Hoarding Disorder), auch bekannt als zwanghaftes Horten, Sammelzwang, oder Messie-Syndrom, ist charakterisiert durch ein exzessives Sammeln oder Aufheben von Gegenständen, das - im Gegensatz zum “normalen Sammeln” - zu einer zunehmenden Unordnung in der Wohnung der Betroffenen und/oder an ihrem Arbeitsplatz führt, und das zu einer zunehmenden Einschränkung in sozialen und/oder beruflichen Bereichen führt.

Die Aufgabe, einige oder alle der gehorteten Gegenstände wegzuwerfen, führt bei den Betroffenen zu einem ausgeprägten Unwohlsein. Selbst der Gedanke, sich von einigen dieser Objekte trennen zu müssen, führt bei den vom Pathologischem Horten Menschen zu aversiven emotionalen Reaktionen, wie z.B. Stimmungstief, Ängstlichkeit oder Gereiztheit.

Die meisten der gehorteten Gegenstände würden von anderen Menschen als wertlos betrachtet werden, aber die Betroffenen, die unter Pathologischem Horten leiden, erleben eines überwältigendes Bedürfnis, diese Gegensände zu behalten - weil sie diese Gegenstände in Zukunft brauchen könnten, und/oder weil sie sich ohne diese Objekte unwohl oder unsicher fühlen würden.

Während das Sammeln beim Pathologische Horten ein eher aktiver Vorgang ist, kommt es beim Desorganisationssyndrom und beim Verwahrlosungssyndrom zu einer vorwiegend passiven Ansammlung von Objekten.

Quelle © Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.de


Pathologisches Horten: 

Prävalenz

Die Prävalenz des Pathologischen Hortens wird auf ca. 2 bis 5% in de Allgemeinbevölkerung geschätzt.

Pathologisches Horten: 

Diagnose

Pathologisches Horten ist durch die folgenden Merkmale charakterisiert:

Ausgeprägte Schwierigkeiten, Objekte wegzuwerfen, mit einem übermächtigen Bedürfnis, diese Gegenstände aufzuheben und/oder einem deutlichen Unwohlsein beim Wegwerfen dieser Objekte.

Anhäufung einer Vielzahl von Gegenständen, welche die Wohnung oder den Arbeitsplatz der Betroffenen zu so einem Ausmaß anfüllen, dass ihre Benutzung zu ihrem ursprünglichen Zweck nicht mehr oder nur stark eingeschränkt möglich ist.

Das Pathologische Horten führt zu einem deutlichen, klinisch relevanten Unwohlsein und/oder zu deutlichen Einschränkungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionen, einschließlich der Aufgabe, für sich selbst oder andere eine sichere Umgebung aufrecht zu erhalten.

Das Pathologische Horten wird nicht besser durch eine andere psychische Erkrankung oder als Symptom einer psychischen Störung, wie z.B. einer bipolaren affektiven Störung oder einer psychotischen Störung, erklärt.

Pathologisches Horten: 

Symptome

Zu den Symptomen des Pathologischen Hortens gehören u.a.:

Exzessives Sammeln oder Aufheben von Gegenständen des Alltagsgebrauchs.Aversive emotionale Reaktionen, wie z.B. Stimmungstief, Ängstlichkeit oder Gereiztheit, bei der Konfrontation mit dem Gedanken, dass einige der gehorteten Objekte weggeworfen werden sollen.Toleranzentwicklung mit einem zunehmenden Anstieg des Hortens, um das gleiche Maß an Befriedigung zu erzielen.

Kontrollverlust mit einem andauernden Bedürfnis und/oder erfolglosen Versuchen, das Pathologische Horten zu reduzieren oder aufzugeben.

Missachtung der negativen Konsequenzen des Pathologischen Hortens, mit einem andauerndem exzessiven Horten trotz der Gewissheit, dass es zu aktuellen psychischen oder sozialen Problemen führt oder vorbestehende Probleme verstärkt.

Abwehr aversiver Emotionen, wie z.B. Gefühlen von Hilflosigkeit, Einsamkeit oder Ängstlichkeit, als eine (kurzfristige) “positive” Konsequenz des Pathologischen Hortens.

Verlust von Sozialkontakten, Interessen, früheren Hobbys usw. als eine (langfristige) Konsequenz des pathologischen Hortens.

Täuschung von Familienangehörigen, Freunden, Therapeuten usw. - sowie von sich selbst über das wahre Ausmaß des Pathologischen Hortens.

DSM-5 300.3

Die American Psychiatric Association (APA) hat das Pathologisches Horten als so genannte            Hoarding Disorder in die 5. Revision des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders - DSM-5 aufgenommen (Ziffer 300.3).

ICD-11 6B24

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Juni 2018 die 11. Revision der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (engl. International Classification of Diseases) ICD-11 vorgestellt.

In der ICD-11 wurde das Pathologische Horten erstmals als eigenständige Diagnose aufgenommen und unter der Codierung ICD-11 6B24 geführt. (vgl. WHO 2017WHO 2018)

Pathologisches Horten: 

Therapie

Für die Therapie des Pathologischen Hortens werden die Psychotherapie, insbesondere die Kognitive Verhaltenstherapie, sowie die medikamentöse Behandlung empfohlen.

Quelle © Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.de